Götterbaum (Ailanthus altissima)
Der Götterbaum (Ailanthus altissima) zählt zu den problematischsten invasiven Neophyten Deutschlands. Durch sein schnelles Wachstum, seine hohe Regenerationsfähigkeit und die Bildung zahlreicher Wurzelausläufer kann er heimische Pflanzenarten verdrängen und natürliche Lebensräume verändern. Auf dieser Seite erfahren Sie, warum sich die Art so erfolgreich ausbreitet, welche Auswirkungen sie auf heimische Ökosysteme hat und wie eine nachhaltige sowie fachgerechte Bekämpfung gelingt.

Allgemeines
Der Götterbaum (Ailanthus altissima) ist ein sommergrüner Laubbaum aus der Familie der Bittereschengewächse (Simaroubaceae). Er erreicht Wuchshöhen von bis zu 30 Metern und zeichnet sich durch seine großen, gefiederten Blätter sowie sein sehr schnelles Wachstum aus. Die Art gilt als äußerst anpassungsfähig und kommt mit unterschiedlichsten Standortbedingungen zurecht. Charakteristisch für den Götterbaum sind seine hohe Regenerationsfähigkeit nach Beschädigungen sowie die rasche Ausbreitung über zahlreiche Samen und Wurzelausläufer.
Herkunft und Verbreitung
Der Götterbaum stammt ursprünglich aus China sowie aus Teilen Nordvietnams. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde er als Zierbaum nach Europa eingeführt. Aufgrund seines schnellen Wachstums, seiner Anspruchslosigkeit und seiner hohen Toleranz gegenüber Hitze, Trockenheit und Luftverschmutzung wurde er vielerorts in Parks, Gärten und entlang von Straßen gepflanzt.
Heute ist der Götterbaum in weiten Teilen Deutschlands verbreitet. Besonders häufig wächst er in Städten, an Verkehrswegen, auf Bahnanlagen, Industriebrachen und anderen gestörten Standorten. Zunehmend besiedelt er jedoch auch naturnahe Lebensräume wie Trockenrasen, Felsstandorte, lichte Wälder und Flussauen. Seine Ausbreitung erfolgt sowohl über die große Zahl windverbreiteter Samen als auch über Wurzelausläufer, wodurch sich Bestände nach Störungen oder Fällungen schnell vergrößern können. Auch in Thüringen breitet sich die Art zunehmend aus und ist vor allem in Siedlungsbereichen sowie entlang von Verkehrswegen zu finden.
Warum ist der Götterbaum problematisch?
Der Götterbaum gehört zu den invasiven Neophyten mit einem besonders hohen Ausbreitungspotenzial. Durch sein schnelles Wachstum, seine hohe Samenproduktion und die Bildung von Wurzelausläufern kann er sich innerhalb kurzer Zeit stark ausbreiten und dichte Bestände entwickeln. Dadurch können heimische Pflanzenarten verdrängt und natürliche Lebensgemeinschaften verändert werden.
Besonders problematisch ist seine enorme Regenerationsfähigkeit. Nach Fällungen oder anderen Beschädigungen treibt der Götterbaum häufig mit zahlreichen Wurzelschösslingen wieder aus. Dadurch vergrößern sich Bestände oft zusätzlich, was die Bekämpfung erheblich erschwert.
Darüber hinaus bildet der Götterbaum den Naturstoff Ailanthon, der das Wachstum anderer Pflanzen hemmen kann (Allelopathie). Dies kann die Entwicklung heimischer Vegetation beeinträchtigen und die natürliche Wiederbesiedlung von Flächen erschweren.
Auch im Wald- und Siedlungsbereich kann der Götterbaum Probleme verursachen. Er besiedelt lichte Wälder und gestörte Standorte, kann die Entwicklung heimischer Baumarten beeinträchtigen und durch sein kräftiges Wurzelsystem Schäden an Mauern, Pflasterflächen oder anderen Bauwerken verursachen.
Bekämpfung des Götterbaums
Die Bekämpfung des Götterbaums ist anspruchsvoll und erfordert meist einen langen Atem. Aufgrund seiner ausgeprägten Regenerationsfähigkeit treibt er nach Fällungen oder Verletzungen häufig mit zahlreichen Wurzelschösslingen wieder aus. Einzelmaßnahmen führen daher selten zum dauerhaften Erfolg.
Jungpflanzen entfernen
Sämlinge und junge Pflanzen können mit der Wurzel ausgerissen oder ausgegraben werden. Je früher dies erfolgt, desto höher sind die Erfolgsaussichten.
Ringeln größerer Bäume
Das fachgerechte Ringeln unterbricht den Saftstrom, ohne sofort starke Wurzelaustriebe auszulösen. Die Maßnahme muss sorgfältig durchgeführt und über einen längeren Zeitraum kontrolliert werden.
Fällungen nur mit Nachbehandlung
Das bloße Fällen größerer Bäume ist in der Regel nicht ausreichend. Ohne anschließende Bekämpfung der Wurzelausläufer entstehen häufig zahlreiche neue Triebe.
Biologische Bekämpfung (Ailantex®)
Neben mechanischen Verfahren steht inzwischen mit Ailantex® ein innovatives biologisches Bekämpfungsverfahren zur Verfügung. Das an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) entwickelte Präparat basiert auf dem natürlichen Welkepilz Verticillium nonalfalfae. Der Pilz wird direkt in den Stamm eingebracht und führt zum Absterben des Götterbaums. Gleichzeitig kann er über Wurzelverbindungen auch Wurzelausläufer und benachbarte Götterbäume erfassen. In Deutschland besteht derzeit eine zeitlich befristete Notfallzulassung, eine reguläre Zulassung liegt bislang jedoch noch nicht vor.
Ergänzende Maßnahmen
Eine erfolgreiche Bekämpfung des Götterbaums erfordert meist mehr als die eigentliche Entfernung der Bäume. Ergänzende Maßnahmen helfen dabei, eine erneute Ausbreitung zu verhindern und den Bekämpfungserfolg langfristig zu sichern.
Regelmäßige Nachkontrollen
Bekämpfte Flächen sollten über mehrere Jahre hinweg kontrolliert werden. Neu auflaufende Sämlinge und Wurzelschösslinge müssen frühzeitig entfernt werden.
Samenbildung verhindern
Fruchtende Bäume sollten möglichst vor der Samenreife behandelt werden, um eine weitere Ausbreitung über die zahlreichen geflügelten Samen zu vermeiden.
Sorgfältiger Umgang mit Schnittgut
Samenhaltiges Material sollte fachgerecht entsorgt werden. Wurzel- und Stammteile dürfen nicht unkontrolliert auf der Fläche verbleiben oder an anderer Stelle abgelagert werden.
Ausbreitungswege minimieren
Nach Arbeiten in befallenen Beständen sollten Maschinen und Geräte gründlich gereinigt werden, damit keine Samen oder Pflanzenteile verschleppt werden.
Heimische Gehölze fördern
Nach erfolgreicher Bekämpfung sollte die Fläche möglichst rasch mit standortgerechten heimischen Gehölzen oder einer artenreichen Vegetation entwickelt werden. Eine geschlossene Vegetationsdecke erschwert die Wiederansiedlung des Götterbaums erheblich.
Ökosystembasierte Wiederherstellung
Eine dauerhafte Bekämpfung des Götterbaums gelingt meist nur, wenn anschließend stabile und standortgerechte Lebensräume entstehen. Offene oder gestörte Flächen bieten ideale Bedingungen für neue Sämlinge und Wurzelausläufer. Ziel sollte daher sein, die natürliche Konkurrenzkraft heimischer Arten wiederherzustellen.
FAUN verfolgt einen ökosystembasierten Ansatz, der Bekämpfung und Wiederherstellung von Lebensräumen miteinander verbindet.
Dazu gehören die Förderung heimischer Laubgehölze, die Entwicklung einer artenreichen Kraut- und Strauchschicht sowie – je nach Standort – die Wiederherstellung naturnaher Waldstrukturen. In Offenlandlebensräumen trägt eine angepasste Pflege dazu bei, die Etablierung neuer Götterbäume dauerhaft zu erschweren.
Auf diese Weise wird nicht nur das Risiko einer erneuten Ausbreitung des Götterbaums deutlich reduziert, sondern auch die ökologische Qualität der betroffenen Flächen langfristig verbessert. Gleichzeitig entstehen widerstandsfähige Lebensräume, die heimischen Arten bessere Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Häufige Fragen (FAQ) zum Götterbaum
Ist der Götterbaum in Deutschland verboten?
Ja. Der Götterbaum steht auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten der Europäischen Union. Dadurch sind unter anderem Einfuhr, Handel, Vermehrung, Transport, gezielte Anpflanzung und Freisetzung verboten. Für bereits etablierte Bestände gelten je nach Situation Management- oder Bekämpfungsmaßnahmen.
Ist der Götterbaum meldepflichtig?
Nein. Für Privatpersonen besteht keine allgemeine Meldepflicht. In Schutzgebieten oder bei öffentlichen Flächen können jedoch Managementmaßnahmen durch die zuständigen Behörden durchgeführt oder angeordnet werden.
Warum ist der Götterbaum so schwer zu bekämpfen?
Nach Fällungen oder Verletzungen treibt der Götterbaum häufig mit zahlreichen Wurzelschösslingen wieder aus. Zusätzlich produziert er große Mengen windverbreiteter Samen. Deshalb sind meist mehrjährige Nachkontrollen erforderlich.
Ist der Götterbaum giftig?
Der Götterbaum gilt nicht als stark giftig, enthält jedoch Bitterstoffe und weitere Pflanzeninhaltsstoffe, die bei empfindlichen Menschen Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen können. Ähnlich wie beim Essigbaum können nach dem Verzehr größerer Mengen außerdem Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Beim Fällen oder Zurückschneiden sollten deshalb Handschuhe und geeignete Schutzkleidung getragen werden.
Warum wächst der Götterbaum vor allem in Städten?
Der Götterbaum ist äußerst tolerant gegenüber Hitze, Trockenheit, Luftverschmutzung und verdichteten Böden. Dadurch kann er Standorte besiedeln, an denen viele heimische Baumarten nur eingeschränkt wachsen. Von dort breitet er sich zunehmend auch in naturnahe Lebensräume aus.
Bekämpfung des Götterbaums beauftragen
FAUN – Ihr Ansprechpartner für die Bekämpfung invasiver Neophyten in Thüringen
Der Götterbaum erfordert ein sorgfältig abgestimmtes und langfristiges Bekämpfungskonzept. FAUN unterstützt Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen sowie Land- und Forstwirtschaft bei der fachgerechten Bekämpfung des Götterbaums in ganz Thüringen.
Unser Leistungsspektrum umfasst die Bestandsaufnahme, die Auswahl geeigneter Bekämpfungsverfahren, die fachgerechte Durchführung der Maßnahmen sowie die langfristige Erfolgskontrolle. Dabei entwickeln wir individuelle Bekämpfungskonzepte, die auf die jeweiligen Standortbedingungen abgestimmt sind.
Ob Einzelbäume im Privatgarten, Bestände auf Firmengeländen, entlang von Verkehrswegen oder in naturnahen Lebensräumen – wir entwickeln für jede Fläche eine nachhaltige und praxisgerechte Lösung.
Sie möchten den Götterbaum dauerhaft und fachgerecht bekämpfen lassen?
Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie unverbindlich und entwickeln ein individuelles Bekämpfungskonzept – von der Erstbewertung über die Durchführung der Maßnahmen bis hin zur langfristigen Nachkontrolle und ökologischen Wiederherstellung der betroffenen Flächen.



