Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) zählt zu den bekanntesten invasiven Neophyten Deutschlands. Durch seine hohe Samenproduktion und seine schnelle Ausbreitung kann es heimische Pflanzenarten verdrängen und insbesondere Gewässerufer sowie Feuchtlebensräume beeinträchtigen. Auf dieser Seite erfahren Sie, woran Sie die Art erkennen, warum sie problematisch ist und wie eine nachhaltige sowie fachgerechte Bekämpfung gelingt.

Allgemeines
Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) ist eine einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae). Es erreicht Wuchshöhen von bis zu 2,5 Metern und ist an seinem hohlen, saftigen Stängel, den lanzettlichen, scharf gesägten Blättern sowie den auffälligen rosa bis purpurfarbenen, helmförmigen Blüten gut zu erkennen. Typisch sind außerdem die kleinen Drüsen an Blattstiel und Blattgrund, denen die Art seinen deutschen Namen verdankt.
Besonders charakteristisch ist die explosionsartige Samenverbreitung: Bereits bei leichter Berührung öffnen sich die reifen Samenkapseln und schleudern ihre Samen mehrere Meter weit. Eine einzelne Pflanze kann mehrere tausend Samen produzieren und sich so innerhalb kurzer Zeit effektiv vermehren. Als einjährige Art stirbt das Drüsige Springkraut im Herbst vollständig ab und überwintert ausschließlich über seine Samen.
Herkunft und Verbreitung
Das Drüsige Springkraut stammt ursprünglich aus dem westlichen Himalaya und wurde im 19. Jahrhundert als Zierpflanze und Bienenweide nach Europa eingeführt. Aufgrund seines schnellen Wachstums, der auffälligen Blüten und seines hohen Nektarangebots wurde es vielerorts in Gärten kultiviert und gezielt angepflanzt. Von dort aus verwilderte die Art und breitete sich zunehmend in der freien Landschaft aus.
Heute ist das Drüsige Springkraut in weiten Teilen Deutschlands verbreitet und kommt auch in Thüringen häufig vor. Besonders entlang von Fließgewässern, Gräben, Auen, Feuchtwiesen sowie an Waldrändern und anderen nährstoffreichen, feuchten Standorten bildet es oft großflächige Bestände. Seine Ausbreitung erfolgt vor allem durch die explosionsartige Samenverbreitung sowie über Fließgewässer, die Samen über große Entfernungen transportieren. Zusätzlich können menschliche Aktivitäten, etwa Erdbewegungen, Gartenabfälle oder der Transport von Bodenmaterial, zur weiteren Verbreitung beitragen.
Warum ist das Drüsige Springkraut problematisch?
Das Drüsige Springkraut breitet sich durch seine hohe Samenproduktion und die explosionsartige Verbreitung der Samen sehr schnell aus. Innerhalb weniger Jahre kann es dichte Bestände bilden, die heimische Pflanzenarten verdrängen und die natürliche Artenvielfalt insbesondere in feuchten Lebensräumen verringern. Betroffen sind vor allem Uferbereiche, Auen, Feuchtwiesen und Waldränder.
Da die Pflanze im Herbst vollständig abstirbt, bleiben vielerorts unbewachsene Bodenflächen zurück. Insbesondere an Gewässerufern kann dies die Bodenerosion begünstigen und die Stabilität der Ufer beeinträchtigen.
Für die Landschaftspflege stellt das Drüsige Springkraut ebenfalls eine Herausforderung dar. Bleiben Bestände unbehandelt, können sich die Samen entlang von Fließgewässern oder durch menschliche Aktivitäten rasch auf weitere Flächen ausbreiten und neue Bestände begründen.
Durch seine hohe Ausbreitungsdynamik kann das Drüsige Springkraut innerhalb weniger Jahre ganze Uferabschnitte dominieren. Eine frühzeitige und konsequente Bekämpfung ist daher entscheidend, um die weitere Ausbreitung einzudämmen und artenreiche Lebensräume langfristig zu erhalten.
Im Vergleich zu einigen anderen invasiven Neophyten gelten die Auswirkungen des Drüsigen Springkrauts vielerorts als weniger dauerhaft, da die Art einjährig ist und keine unterirdischen Rhizome bildet. Dennoch kann sie insbesondere entlang von Gewässern und in Feuchtlebensräumen innerhalb kurzer Zeit dominante Bestände entwickeln.
Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts
Die Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts ist grundsätzlich gut möglich, erfordert jedoch konsequentes und rechtzeitiges Handeln. Da sich die Art ausschließlich über Samen vermehrt, besteht das wichtigste Ziel darin, die Samenbildung zuverlässig zu verhindern. Entscheidend ist deshalb, Maßnahmen vor der Samenreife durchzuführen und vorhandene Bestände über mehrere Jahre hinweg nachzukontrollieren.
Ausreißen von Hand
Besonders auf kleineren Flächen lässt sich das Drüsige Springkraut aufgrund seines flachen Wurzelsystems leicht von Hand ausreißen. Dies sollte vor der Blüte beziehungsweise spätestens vor der Samenreife erfolgen.
Mahd oder Freischneiden
Größere Bestände können durch eine rechtzeitige Mahd oder das Freischneiden wirksam zurückgedrängt werden. Da Pflanzen nach einem frühen Schnitt erneut austreiben können, sind je nach Zeitpunkt und Standort mehrere Durchgänge pro Jahr erforderlich.
Beweidung
Auf geeigneten Flächen kann eine gezielte Beweidung mit Rindern oder Wasserbüffeln die Entwicklung der Bestände deutlich reduzieren. Voraussetzung ist, dass die Tiere die Pflanzen als Futter annehmen und die Beweidung frühzeitig sowie regelmäßig erfolgt, sodass keine Pflanzen zur Blüte und Samenbildung gelangen. Gerade zu Beginn kann eine Eingewöhnungsphase erforderlich sein, bis die Tiere das Drüsige Springkraut gezielt als Futter nutzen.
Eine erfolgreiche Bekämpfung setzt eine regelmäßige Kontrolle der Flächen voraus. Bereits wenige übersehene Pflanzen können erneut große Mengen an Samen produzieren und den Bekämpfungserfolg gefährden.
Ergänzende Maßnahmen
Eine erfolgreiche Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts endet nicht mit der Entfernung der Pflanzen. Um eine erneute Ausbreitung zu verhindern und den Bekämpfungserfolg langfristig zu sichern, sind ergänzende Maßnahmen sinnvoll.
Regelmäßige Nachkontrollen
Da im Boden vorhandene Samen noch keimen können, sollten behandelte Flächen über mehrere Jahre hinweg regelmäßig kontrolliert und neu auflaufende Pflanzen frühzeitig entfernt werden.
Fachgerechte Entsorgung
Pflanzen ohne reife Samen können in der Regel vor Ort verbleiben oder kompostiert werden. Befinden sich bereits Samenkapseln an den Pflanzen, sollten diese sorgfältig aufgenommen und fachgerecht entsorgt werden, um eine weitere Verbreitung zu vermeiden.
Vermeidung der Samenverschleppung
Erdarbeiten, Mähgut sowie anhaftender Boden an Fahrzeugen und Maschinen können zur Verbreitung der Samen beitragen. Geräte sollten deshalb nach Arbeiten in befallenen Bereichen gründlich gereinigt werden.
Förderung der heimischen Vegetation
Nach der Bekämpfung sollten standortgerechte heimische Pflanzen gefördert oder – wenn erforderlich – neu etabliert werden. Eine geschlossene Vegetationsdecke erschwert die erneute Ansiedlung des Drüsigen Springkrauts und stärkt die natürliche Konkurrenzkraft des Lebensraums.
Ökosystembasierte Wiederherstellung
Eine nachhaltige Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts endet nicht mit der Entfernung der Pflanzen. Ziel sollte es sein, die natürlichen Lebensräume so zu entwickeln, dass sie langfristig wieder von einer standortgerechten, heimischen Vegetation geprägt werden. Intakte Pflanzengesellschaften erschweren die erneute Ansiedlung invasiver Arten und erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems.
FAUN verfolgt einen ökosystembasierten Ansatz, der Bekämpfung und Wiederherstellung von Lebensräumen miteinander verbindet.
Dazu gehören insbesondere die Förderung heimischer Ufer- und Hochstaudenvegetation, eine angepasste Pflege sowie – wo erforderlich – die Verwendung standortgerechter Regiosaatgutmischungen oder heimischer Gehölze, um offene Bodenstellen rasch zu schließen und die natürliche Konkurrenzkraft der Vegetation zu stärken.
Regelmäßige Erfolgskontrollen sind ein wichtiger Bestandteil der Wiederherstellung. Neu auflaufende Springkrautpflanzen sollten frühzeitig entfernt werden, bevor sie erneut Samen bilden. Auf diese Weise wird nicht nur das Drüsige Springkraut langfristig zurückgedrängt, sondern auch die ökologische Qualität der betroffenen Flächen nachhaltig verbessert.
Häufige Fragen (FAQ) zum Drüsigen Springkraut
Ist das Drüsige Springkraut giftig?
Nein. Das Drüsige Springkraut ist für Menschen und Haustiere nicht giftig und verursacht – im Gegensatz zum Riesen-Bärenklau oder Kirschlorbeer – weder Hautreizungen noch Vergiftungserscheinungen.
Ist das Drüsige Springkraut in Deutschland verboten?
Das Drüsige Springkraut steht auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten der Europäischen Union. Dadurch gelten unter anderem Einschränkungen für Einfuhr, Handel, Zucht, Transport, Haltung und das bewusste Ausbringen in die Natur. Eine allgemeine Pflicht zur Bekämpfung bestehender Bestände besteht für Privatpersonen jedoch nicht.
Wann ist der beste Zeitpunkt zur Bekämpfung?
Der beste Zeitpunkt liegt vor der Blüte beziehungsweise spätestens vor der Samenreife. Ziel ist es, die Bildung und Ausbreitung der Samen vollständig zu verhindern.
Kann das Drüsige Springkraut nach der Bekämpfung wiederkommen?
Ja. Da die Art ausschließlich über Samen überwintert, können in den folgenden Jahren weitere Pflanzen aus dem Samenvorrat im Boden keimen. Regelmäßige Nachkontrollen über mehrere Jahre sind daher wichtig.
Warum breitet sich das Drüsige Springkraut so schnell aus?
Eine einzelne Pflanze kann mehrere tausend Samen produzieren. Die reifen Samenkapseln schleudern diese bei Berührung mehrere Meter weit. Zusätzlich werden die Samen häufig über Fließgewässer oder durch menschliche Aktivitäten weiterverbreitet.
Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts beauftragen
FAUN – Ihr Ansprechpartner für die Bekämpfung invasiver Neophyten in Thüringen
Das Drüsige Springkraut lässt sich mit den richtigen Maßnahmen wirksam eindämmen. Entscheidend sind jedoch der richtige Zeitpunkt, eine fachgerechte Durchführung sowie regelmäßige Nachkontrollen, um die Samenbildung dauerhaft zu verhindern und die Ausbreitung nachhaltig einzudämmen.
FAUN unterstützt Kommunen, Unternehmen, Landwirte, Flächeneigentümer und Privatpersonen bei der fachgerechten Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts in ganz Thüringen. Unser Leistungsspektrum umfasst die Bestandsaufnahme, die Auswahl geeigneter Bekämpfungsmethoden, die Durchführung der Maßnahmen sowie die langfristige Erfolgskontrolle.
Sie möchten Drüsiges Springkraut auf Ihrem Grundstück oder Ihrer Fläche fachgerecht bekämpfen lassen?
Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie direkt vor Ort und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Bekämpfungskonzept – von der Erstbewertung über die Durchführung der Maßnahmen bis hin zur langfristigen Nachkontrolle und ökologischen Wiederherstellung der Fläche.






