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Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) zählt zu den invasiven Neophyten, die sich zunehmend auch außerhalb von Gärten ausbreiten. Durch seinen dichten, immergrünen Wuchs verdrängt er heimische Pflanzenarten und erschwert die natürliche Waldentwicklung. Auf dieser Seite erfahren Sie, warum Kirschlorbeer problematisch ist, wie er sich nachhaltig bekämpfen lässt und welche Maßnahmen eine erneute Ausbreitung verhindern. 

Gepflanzte Hecke aus Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

Allgemeines

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Je nach Art und Sorte erreicht er Wuchshöhen von etwa zwei bis acht Metern. Charakteristisch sind seine großen, glänzend dunkelgrünen, ledrigen Blätter, die weißen, aufrechten Blütenstände im Frühjahr sowie die schwarzen Steinfrüchte, die im Spätsommer reifen.

Aufgrund seines dichten Wuchses und seiner Wintergrünheit wird der Kirschlorbeer seit Jahrzehnten häufig als Hecken- und Zierpflanze verwendet. Außerhalb von Gärten kann er sich jedoch etablieren und durch Samen sowie Stockausschläge ausbreiten. Besonders in lichten Wäldern und an Waldrändern bildet er dichte Bestände, die die natürliche Verjüngung heimischer Pflanzen beeinträchtigen können.

In Thüringen wird der Kirschlorbeer bislang vor allem im Siedlungsbereich sowie in angrenzenden Wäldern und Gehölzen beobachtet. Aufgrund seiner zunehmenden Verwilderung rückt die Art auch im Naturschutz und in der Landschaftspflege immer stärker in den Fokus.

Herkunft und Verbreitung

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) stammt ursprünglich aus Südosteuropa und Westasien. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom Balkan über die Schwarzmeerregion bis in den Kaukasus und den Nordiran. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird die Art als immergrünes Ziergehölz in Mitteleuropa kultiviert und gehört heute zu den beliebtesten Heckenpflanzen in Gärten, Parks und öffentlichen Grünanlagen.

Aus diesen Anpflanzungen breitet sich der Kirschlorbeer zunehmend in die freie Landschaft aus. Seine schwarzen Früchte werden von zahlreichen Vogelarten gefressen, die die Samen über größere Entfernungen verbreiten. Darüber hinaus regeneriert sich die Art nach Rückschnitt oder Fällung zuverlässig durch Stockausschläge und kann sich so dauerhaft etablieren.

Verwilderte Bestände werden inzwischen in vielen Regionen Deutschlands nachgewiesen. Besonders häufig besiedelt der Kirschlorbeer Waldränder, Laub- und Mischwälder, Böschungen sowie andere naturnahe Gehölzbestände im Siedlungsumfeld. Auch in Thüringen nimmt seine Ausbreitung außerhalb von Gärten zu. Begünstigt wird diese Entwicklung vor allem durch die weite Verbreitung als Ziergehölz, die effektive Samenverbreitung durch Vögel sowie zunehmend milde Winter.

Warum ist der Kirschlorbeer problematisch?

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) breitet sich zunehmend auch außerhalb von Gärten aus und kann sich insbesondere in naturnahen Wäldern, an Waldrändern und in Gehölzbeständen dauerhaft etablieren. Dort verdrängt er heimische Pflanzenarten, verändert Lebensräume und erschwert die natürliche Waldentwicklung.

Verdrängung heimischer Pflanzen

Durch seinen dichten, immergrünen Wuchs beschattet der Kirschlorbeer den Waldboden das ganze Jahr über. Lichtliebende Kräuter, Gräser, Farne sowie junge Bäume werden dadurch in ihrem Wachstum stark eingeschränkt oder vollständig verdrängt. Mit der Zeit entstehen artenarme Bestände mit einer deutlich reduzierten Pflanzenvielfalt.

Beeinträchtigung der natürlichen Waldverjüngung

Dichte Kirschlorbeerbestände erschweren das Aufkommen heimischer Baumarten erheblich. Sämlinge von Buche, Ahorn oder Eiche erhalten nur wenig Licht und können sich unter dem geschlossenen Blätterdach oft nicht erfolgreich entwickeln. Dadurch wird die natürliche Waldentwicklung langfristig beeinträchtigt.

Geringer ökologischer Wert

Im Vergleich zu heimischen Sträuchern bietet der Kirschlorbeer nur wenigen Tierarten einen gleichwertigen Lebensraum. Zwar werden seine Blüten von einigen Insekten besucht und seine Früchte von Vögeln gefressen, insgesamt trägt er jedoch deutlich weniger zur Förderung der heimischen Biodiversität bei als standortgerechte Gehölze wie Weißdorn, Schlehe, Hasel oder Pfaffenhütchen.

Aufwendige Bekämpfung

Nach dem Rückschnitt oder einer Fällung treibt der Kirschlorbeer meist kräftig aus dem Stock wieder aus. Dadurch sind häufig wiederholte Bekämpfungsmaßnahmen und regelmäßige Nachkontrollen erforderlich, um Bestände dauerhaft zu beseitigen.

Giftigkeit für Menschen und Tiere

Blätter, Samen und weitere Pflanzenteile enthalten cyanogene Glycoside, aus denen beim Zerkauen oder Zerquetschen Blausäure freigesetzt werden kann. Besonders Samen und frische Blätter gelten als giftig. Der Verzehr kann bei Menschen und Haustieren zu Vergiftungserscheinungen führen. Bei Pflege- und Bekämpfungsmaßnahmen empfiehlt es sich daher, Handschuhe zu tragen und Schnittgut fachgerecht zu entsorgen.

Bekämpfung des Kirschlorbeers

Die Bekämpfung des Kirschlorbeers erfordert Ausdauer, da die Art nach Rückschnitt oder Fällung häufig kräftig wieder austreibt. Entscheidend ist daher, den Wiederaustrieb konsequent zu unterbinden und die Maßnahmen über mehrere Jahre zu kontrollieren.

Ausgraben von Jungpflanzen

Kleine Pflanzen und Junggehölze lassen sich meist vollständig mit Wurzelballen entfernen. Dabei sollten möglichst alle Wurzeln entnommen werden, um einen erneuten Austrieb zu verhindern. Diese Methode eignet sich besonders für Einzelpflanzen und kleine Bestände.

Fällen mit konsequenter Nachbehandlung

Größere Sträucher und Bäume können bodennah gefällt werden. Da der Kirschlorbeer ähnlich wie der Götterbaum oder Essigbaum in der Regel kräftig aus dem Stock wieder austreibt, müssen sämtliche Neuaustriebe regelmäßig entfernt werden. Erst nach mehreren Nachbehandlungen erschöpfen sich die Reservestoffe der Pflanze.

Vollständiges Roden der Wurzelstöcke

Bei wertvollen Naturschutzflächen oder dauerhaft zu sanierenden Standorten ist die vollständige Entfernung der Wurzelstöcke die sicherste Bekämpfungsmethode. Dadurch wird ein Wiederaustrieb weitgehend verhindert. Das Verfahren ist jedoch deutlich arbeits- und kostenintensiver.

Ergänzende Maßnahmen

Eine erfolgreiche Bekämpfung des Kirschlorbeers endet nicht mit der Entfernung der Pflanzen. Erst durch begleitende Maßnahmen lässt sich verhindern, dass sich die Art erneut etabliert oder aus benachbarten Beständen wieder einwandert.

Regelmäßige Nachkontrollen

Nach der Bekämpfung sollten die Flächen über mehrere Jahre regelmäßig kontrolliert werden. Wiederaustriebe oder neu gekeimte Jungpflanzen sollten möglichst frühzeitig entfernt werden, solange der Aufwand noch gering ist.

Fachgerechte Entsorgung des Schnittguts

Früchte und samenhaltige Pflanzenteile sollten nicht in der freien Landschaft verbleiben, da sie zur weiteren Ausbreitung beitragen können. Das Schnittgut ist fachgerecht zu entsorgen oder – sofern keine Früchte vorhanden sind – entsprechend den örtlichen Vorgaben zu verwerten.

Förderung heimischer Gehölze

Nach der Entfernung des Kirschlorbeers sollten möglichst standortgerechte heimische Sträucher und Bäume gefördert oder nachgepflanzt werden. Eine geschlossene, naturnahe Vegetation erschwert die erneute Ansiedlung des Kirschlorbeers und stärkt die biologische Vielfalt.

Verzicht auf Neuanpflanzungen

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollte auf Neuanpflanzungen des Kirschlorbeers verzichtet werden. Heimische Gehölze wie Weißdorn, Schlehe, Hasel, Pfaffenhütchen oder Kornelkirsche bieten einen deutlich höheren ökologischen Nutzen und stellen eine naturschutzfachlich sinnvolle Alternative dar.

Ökosystembasierte Wiederherstellung

Eine nachhaltige Bekämpfung des Kirschlorbeers endet nicht mit der Entfernung der Pflanzen. Ziel sollte es sein, die natürlichen Lebensräume so zu entwickeln, dass sie langfristig wieder von einer standortgerechten, heimischen Vegetation geprägt werden. Intakte Wald- und Gehölzgesellschaften erschweren die erneute Ansiedlung des Kirschlorbeers und erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems.

FAUN verfolgt einen ökosystembasierten Ansatz, der Bekämpfung und Wiederherstellung von Lebensräumen miteinander verbindet.

Dazu gehören insbesondere die Förderung der natürlichen Waldverjüngung, der Erhalt und die Entwicklung heimischer Strauch- und Baumschichten sowie – wo erforderlich – die Nachpflanzung standortgerechter heimischer Gehölze. Ziel ist es, entstandene Lücken möglichst schnell zu schließen und eine konkurrenzstarke, naturnahe Vegetation zu etablieren.

Regelmäßige Erfolgskontrollen sind ein wichtiger Bestandteil der Wiederherstellung. Neu auflaufende Sämlinge und Stockaustriebe des Kirschlorbeers sollten frühzeitig entfernt werden, bevor sich neue Bestände entwickeln können. Auf diese Weise wird nicht nur der Kirschlorbeer langfristig zurückgedrängt, sondern auch die ökologische Qualität der betroffenen Wälder und Gehölzbestände nachhaltig verbessert.

Häufige Fragen (FAQ) zum Kirschlorbeer

Ist der Kirschlorbeer invasiv?

Der Kirschlorbeer breitet sich zunehmend außerhalb von Gärten aus und kann sich in naturnahen Wäldern und Gehölzen etablieren. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) stuft ihn als potenziell invasive Art ein und empfiehlt, seine Ausbreitung zu beobachten und empfindliche Lebensräume zu schützen.

Ist der Kirschlorbeer verboten?

Nein. In Deutschland besteht derzeit kein allgemeines Pflanz-, Handels- oder Besitzverbot. Aus naturschutzfachlicher Sicht wird jedoch empfohlen, auf Neuanpflanzungen zu verzichten und stattdessen heimische Gehölze zu verwenden.

Ist der Kirschlorbeer giftig?

Ja. Blätter, Samen und weitere Pflanzenteile enthalten cyanogene Glycoside, aus denen beim Zerkauen oder Zerquetschen Blausäure freigesetzt werden kann. Besonders für Kinder sowie Haus- und Nutztiere kann der Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen.

Wie breitet sich der Kirschlorbeer aus?

Die Ausbreitung erfolgt hauptsächlich über Samen. Die schwarzen Früchte werden von Vögeln gefressen, die die Samen über größere Entfernungen verbreiten. Nach Rückschnitt oder Fällung treibt der Kirschlorbeer zudem häufig wieder aus dem Wurzelstock aus.

Wie lässt sich der Kirschlorbeer dauerhaft entfernen?

Eine dauerhafte Bekämpfung gelingt durch das vollständige Ausgraben von Jungpflanzen oder die Entfernung des Wurzelstocks bei größeren Exemplaren. Nach einer Fällung müssen Stockaustriebe konsequent über mehrere Jahre entfernt werden, um den Wiederaustrieb dauerhaft zu unterbinden.

Kann Schnittgut einfach kompostiert werden?

Frucht- und samenhaltiges Schnittgut sollte nicht auf dem Gartenkompost entsorgt werden, da sich der Kirschlorbeer dadurch weiter ausbreiten kann. Die Entsorgung sollte entsprechend den örtlichen Vorgaben erfolgen.

Welche heimischen Alternativen gibt es zum Kirschlorbeer?

Wer im Garten auf Kirschlorbeer verzichten möchte, kann stattdessen heimische Gehölze wie Hainbuche (Carpinus betulus), Gewöhnlichen Liguster (Ligustrum vulgare), Eingriffeligen Weißdorn (Crataegus monogyna), Gewöhnlichen Schneeball (Viburnum opulus), Roten Hartriegel (Cornus sanguinea), Kornelkirsche (Cornus mas) oder Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) pflanzen. Je nach Standort und gewünschter Funktion eignen sich diese Arten für freiwachsende oder teilweise auch geschnittene Hecken und bieten zugleich Nahrung und Lebensraum für heimische Tiere. Für die Begrünung halbschattiger bis schattiger Bereiche kann auch das heimische Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum) eine attraktive Alternative sein. Als Kletterpflanze benötigt es jedoch eine geeignete Rankmöglichkeit.

Welche Alternative am besten geeignet ist, hängt von den Standortbedingungen, dem verfügbaren Platz und der gewünschten Funktion der Pflanzung ab.

Bekämpfung des Kirschlorbeers beauftragen

FAUN – Ihr Ansprechpartner für die Bekämpfung invasiver Neophyten in Thüringen

Der Kirschlorbeer lässt sich mit den richtigen Maßnahmen dauerhaft zurückdrängen. Entscheidend sind jedoch eine fachgerechte Entfernung, die konsequente Beseitigung von Stockaustrieben sowie regelmäßige Nachkontrollen, um einen erneuten Bewuchs langfristig zu verhindern.

FAUN unterstützt Kommunen, Unternehmen, Forstbetriebe, Flächeneigentümer und Privatpersonen bei der fachgerechten Bekämpfung des Kirschlorbeers in ganz Thüringen. Unser Leistungsspektrum umfasst die Bestandsaufnahme, die Auswahl geeigneter Bekämpfungsmethoden, die Durchführung der Maßnahmen sowie die langfristige Erfolgskontrolle.

Sie möchten Kirschlorbeer auf Ihrem Grundstück oder Ihrer Fläche fachgerecht entfernen lassen?

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie direkt vor Ort und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Bekämpfungskonzept – von der Erstbewertung über die Durchführung der Maßnahmen bis hin zur langfristigen Nachkontrolle und ökologischen Wiederherstellung der Fläche.

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