Goldruten (Solidago ssp.)
Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und die Späte Goldrute (Solidago gigantea) zählen zu den häufigsten invasiven Neophyten Deutschlands. Durch ihre starke Ausbreitung über Samen und Rhizome bilden sie dichte Bestände, die heimische Pflanzenarten verdrängen und artenreiche Lebensräume verändern. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Arten problematisch sind, warum sie heimische Lebensräume gefährden und wie eine nachhaltige sowie fachgerechte Bekämpfung gelingt.

Allgemeines
Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und die Späte Goldrute (Solidago gigantea) sind ausdauernde, krautige Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Beide Arten erreichen je nach Standort Wuchshöhen von etwa 80 bis 200 Zentimetern und bilden dichte Bestände aus zahlreichen aufrechten Stängeln. Charakteristisch sind ihre schmalen, wechselständig angeordneten Blätter sowie die zahlreichen kleinen, leuchtend gelben Blütenköpfchen, die von August bis Oktober in großen, rispenartigen Blütenständen erscheinen.
Sie vermehren sich sowohl über eine große Anzahl flugfähiger Samen als auch über weit verzweigte unterirdische Rhizome. Dadurch können sich Goldruten rasch ausbreiten und innerhalb weniger Jahre geschlossene Bestände bilden. Die heimische Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) wächst dagegen meist deutlich lockerer, bleibt kleiner und ist naturschutzfachlich unproblematisch.
Herkunft und Verbreitung
Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und die Späte Goldrute (Solidago gigantea) stammen ursprünglich aus Nordamerika. Sie wurden im 17. bzw. 18. Jahrhundert als Zierpflanzen nach Europa eingeführt und teilweise auch als Bienenweide kultiviert. Von Gärten und Parkanlagen aus gelangten sie in die freie Landschaft.
Heute sind beide Arten in weiten Teilen Deutschlands verbreitet und kommen auch in Thüringen häufig vor. Sie besiedeln vor allem Brachflächen, Straßen- und Bahnböschungen, Uferbereiche, Kiesgruben sowie extensiv genutzte Wiesen. Ihre Ausbreitung erfolgt sowohl über zahlreiche flugfähige Samen als auch über unterirdische Rhizome. Dadurch können sie sich rasch etablieren und großflächige Bestände bilden.
Warum sind Goldruten problematisch?
Die Kanadische und die Späte Goldrute gehören zu den invasiven Neophyten, da sie heimische Pflanzenarten verdrängen und den ökologischen Wert vieler Lebensräume beeinträchtigen können. Durch ihr schnelles Wachstum sowie ihre Ausbreitung über Samen und Rhizome bilden sie dichte, nahezu geschlossene Bestände. Dadurch gelangen weniger Licht und Platz zu anderen Pflanzen, sodass die Artenvielfalt insbesondere auf artenreichen Wiesen, Magerrasen, Säumen und in Uferbereichen deutlich zurückgehen kann.
Für Landwirte können Goldruten ebenfalls problematisch sein. Breiten sie sich auf extensiv genutztem Grünland aus, verdrängen sie wertvolle Futterpflanzen und erschweren eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung. Gleichzeitig sinkt die ökologische und landwirtschaftliche Qualität der betroffenen Flächen.
Obwohl Goldruten während ihrer Blütezeit von zahlreichen Wildbienen, Honigbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen besucht werden, gleichen diese kurzfristigen Vorteile die negativen Auswirkungen auf die Biodiversität nicht aus. Wo Goldruten heimische Blühpflanzen verdrängen, gehen über das gesamte Jahr betrachtet wichtige Nahrungsquellen und Lebensräume für viele spezialisierte Insekten verloren. Die hohe Zahl an Blütenbesuchern ist daher kein Hinweis auf einen hohen ökologischen Wert der Bestände.
Besonders in Schutzgebieten und auf ökologisch wertvollen Offenlandflächen ist deshalb eine frühzeitige Bekämpfung wichtig, um die heimische Artenvielfalt langfristig zu erhalten.
Bekämpfung invasiver Goldruten
Eine erfolgreiche Bekämpfung der Kanadischen und der Späten Goldrute erfordert in der Regel Ausdauer und mehrere Maßnahmen über einen längeren Zeitraum. Da sich beide Arten sowohl über zahlreiche Samen als auch über unterirdische Rhizome vermehren, reicht eine einmalige Bekämpfung meist nicht aus.
Regelmäßige Mahd
Mehrmaliges Mähen während der Vegetationsperiode gilt als die wichtigste Bekämpfungsmethode für größere Bestände. Entscheidend ist, dass die Pflanzen vor der Samenreife gemäht werden. Durch die wiederholte Entfernung der oberirdischen Biomasse werden die Rhizome nach und nach geschwächt und die Ausbreitung langfristig eingedämmt.
Ausgraben kleiner Bestände
Einzelpflanzen oder kleinere Vorkommen können durch sorgfältiges Ausgraben wirksam entfernt werden. Wie auch beim Staudenknöterich sollten möglichst alle Rhizome und Wurzelreste beseitigt werden, da selbst kleine Rhizomstücke erneut austreiben können.
Ergänzende Maßnahmen
Eine nachhaltige Bekämpfung der Goldruten endet nicht mit der eigentlichen Entfernung der Pflanzen. Erst durch konsequente Nachsorge und die Förderung konkurrenzfähiger, heimischer Vegetation lässt sich eine erneute Ausbreitung dauerhaft verhindern.
Fachgerechte Beräumung
Blühende oder samenreife Pflanzen sowie ausgegrabene Rhizome sollten sorgfältig von der Fläche entfernt und fachgerecht entsorgt werden. So lässt sich vermeiden, dass Samen oder Pflanzenteile erneut zur Ausbreitung beitragen.
Regelmäßige Nachkontrollen
Da Goldruten aus verbliebenen Rhizomen wieder austreiben oder aus im Boden vorhandenen Samen keimen können, sollten die Flächen über mehrere Jahre regelmäßig kontrolliert und neue Pflanzen frühzeitig entfernt werden.
Förderung heimischer Vegetation
Nach der Bekämpfung sollte eine dichte, standortgerechte Vegetation aus heimischen Pflanzen gefördert oder bei Bedarf neu etabliert werden. Konkurrenzstarke, heimische Arten erschweren den Goldruten die Wiederbesiedlung und tragen dazu bei, den ökologischen Wert der Fläche langfristig zu erhöhen.
Gezielte Beweidung
Eine angepasste Beweidung kann die Bekämpfung unterstützen, indem junge Goldrutentriebe wiederholt verbissen werden. Besonders Ziegen und teilweise auch Schafe nehmen die Pflanzen im frühen Wachstumsstadium auf. Als alleinige Maßnahme reicht eine Beweidung jedoch in der Regel nicht aus und sollte mit weiteren Pflegemaßnahmen kombiniert werden.
Ökosystembasierte Wiederherstellung
Eine dauerhafte Eindämmung invasiver Goldruten gelingt meist nur, wenn nach der Bekämpfung wieder artenreiche und standortgerechte Lebensräume entstehen. Bleiben Flächen offen oder gestört, können sich Goldruten schnell erneut etablieren.
FAUN verfolgt einen ökosystembasierten Ansatz, der Bekämpfung und Wiederherstellung von Lebensräumen miteinander verbindet.
Dazu gehören die Förderung heimischer Pflanzenarten, eine an den Standort angepasste Pflege sowie – je nach Lebensraum – eine extensive Mahd oder Beweidung. Ziel ist es, stabile und artenreiche Pflanzengesellschaften zu entwickeln, die invasiven Goldruten dauerhaft weniger Raum bieten.
Auf ökologisch wertvollen Flächen sollte die Wiederherstellung stets an den jeweiligen Lebensraum angepasst werden. So können beispielsweise artenreiche Mähwiesen, Säume oder Ufervegetation gezielt gefördert werden. Auf diese Weise werden nicht nur invasive Goldruten langfristig zurückgedrängt, sondern auch die ökologische Qualität der betroffenen Flächen nachhaltig verbessert und wertvolle Lebensräume für heimische Pflanzen und Tiere gestärkt.
Häufige Fragen (FAQ) zu Goldruten
Sind alle Goldruten invasiv?
Nein. In Deutschland gelten vor allem die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und die Späte Goldrute (Solidago gigantea) als invasive Neophyten. Die heimische Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) ist dagegen ein natürlicher Bestandteil unserer Flora und sollte nicht bekämpft werden.
Sind Goldruten giftig?
Nein. Goldruten sind für Menschen nicht giftig. Die heimische Gewöhnliche Goldrute wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze verwendet. Die invasiven Arten stellen jedoch aufgrund ihrer starken Ausbreitung ein ökologisches Problem dar.
Warum werden Goldruten trotz vieler Insekten bekämpft?
Ähnlich wie beim Drüsigen Springkraut werden Goldruten während ihrer Blütezeit zwar von zahlreichen Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten besucht. Gleichzeitig verdrängen sie jedoch heimische Pflanzenarten und verringern die Vielfalt der Lebensräume. Langfristig profitieren deshalb viele spezialisierte Tier- und Pflanzenarten von einer Reduzierung invasiver Goldrutenbestände.
Wie lange dauert die Bekämpfung?
Je nach Größe und Alter des Bestandes sind meist mehrere Maßnahmen über zwei bis fünf Jahre erforderlich. Regelmäßige Nachkontrollen sind wichtig, da Goldruten aus Rhizomen erneut austreiben oder aus Samen nachwachsen können.
Kann ich Goldruten selbst entfernen?
Kleine Bestände oder einzelne Pflanzen lassen sich häufig selbst ausgraben oder durch regelmäßiges Mähen eindämmen. Bei größeren oder bereits stark ausgebreiteten Beständen empfiehlt sich eine fachgerechte Bekämpfung, um die Ausbreitung dauerhaft zu stoppen.
Sind Goldruten in Deutschland verboten?
Die Kanadische und die Späte Goldrute stehen derzeit nicht auf der EU-Liste invasiver Arten von unionsweiter Bedeutung und sind daher nicht generell verboten. Dennoch gelten sie in vielen Regionen als problematische invasive Neophyten und ihre Bekämpfung wird insbesondere auf ökologisch wertvollen Flächen empfohlen. Das Bundesamt für Naturschutz führt beide Arten als invasive Arten der Managementliste (Schwarze Liste).
Bekämpfung der Goldrute beauftragen
FAUN – Ihr Ansprechpartner für die Bekämpfung invasiver Neophyten in Thüringen
Die Bekämpfung invasiver Goldruten erfordert ein langfristig abgestimmtes und fachgerechtes Vorgehen. FAUN unterstützt Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen, Flächeneigentümer sowie Naturschutzakteure bei der nachhaltigen Bekämpfung invasiver Goldruten in ganz Thüringen.
Unser Leistungsspektrum umfasst die Bestandsaufnahme, die Auswahl geeigneter Bekämpfungsverfahren, die fachgerechte Durchführung der Maßnahmen sowie die langfristige Erfolgskontrolle. Dabei entwickeln wir individuelle Bekämpfungskonzepte, die auf die jeweiligen Standortbedingungen abgestimmt sind.
Ob kleine Einzelbestände auf Privatgrundstücken, großflächige Vorkommen auf kommunalen Flächen oder in naturschutzfachlich wertvollen Lebensräumen – wir entwickeln für jeden Standort eine nachhaltige und praxisgerechte Lösung.
Sie möchten invasive Goldruten dauerhaft und fachgerecht bekämpfen lassen?
Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie unverbindlich und entwickeln ein individuelles Bekämpfungskonzept – von der Erstbewertung über die Durchführung der Maßnahmen bis hin zur langfristigen Nachkontrolle und ökologischen Wiederherstellung der betroffenen Flächen.



